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Viele Menschen mit chronischen
Krankheiten fürchten, durch das
Coronavirus besonders gefährdet
zu sein. Das gilt auch für Menschen
mit entzündlich-rheumatischen
Erkrankungen wie rheumatoider
Arthritis oder Spondyloarthritis.

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Sie sind unsicher, ob sie ein höheres Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) und für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung haben. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) hat Anfang August 2020 ihre Empfehlungen für Rheumapatienten aktualisiert.1

Grundsätzlich sieht die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft bei diesen Patienten kein erhöhtes Risiko für eine Infektion. Allerdings sind allgemeine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Menschen mit Rheuma häufiger als beim Rest der Bevölkerung in Deutschland. Dazu gehören ein höheres Lebensalter, Rauchen, Diabetes, starkes Übergewicht und vorbestehende Lungen-, Herz- oder Nierenerkrankungen.

Coronavirus und COVID-19 – was ist das?

SARS-CoV-2 ist ein neuartiges Virus, das zu der Gruppe der sogenannten Coronaviren gehört. Deshalb wird es umgangssprachlich als Coronavirus bezeichnet. Es ist ansteckend und verursacht eine neue, teils schwer verlaufende Krankheit (COVID-19). Das Virus kann bereits übertragen werden, bevor die Infizierten Symptome entwickeln. Bislang gibt es nur eine begrenzte Immunität in der Bevölkerung.2 An einem Impfstoff wird intensiv geforscht. Wann er zur Verfügung stehen wird, ist derzeit nicht bekannt.

Der Hauptübertragungsweg ist die respiratorische Aufnahme, also das Einatmen von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln (Aerosole), die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen. Beim Schreien und Singen werden Aerosole stärker ausgestoßen. In kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole größer sein, insbesondere bei längeren Aufenthalten. Eine Übertragung durch das Berühren von Oberflächen, die mit dem Virus kontaminiert sind, ist nicht auszuschließen, da Labortests ergaben, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben.3

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Die Anzeichen einer Corona-Infektion

Woran erkennen Betroffene, dass sie möglicherweise an COVID-19 erkrankt sind? Bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 treten am häufigsten diese Symptome auf:4

  • Husten (47 Prozent der Erkrankten)
  • Fieber (40 Prozent)
  • Schnupfen (21 Prozent)
  • Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns (15 Prozent). Dieser Anteil ist wahrscheinlich höher, da dieses Symptom in Deutschland erst ab Ende April 2020 erfasst wurde.
  • Pneumonie/Lungenentzündung (3 Prozent)

Weitere Symptome sind Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Apathie.

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Zehn Kernempfehlungen für Rheumapatienten

Die DGRh hat auf Basis der Erkenntnisse der ersten Monate der Corona-Pandemie zehn Kernempfehlungen für Rheumapatienten formuliert.5 Bitte beachten Sie, dass diese Informationen unvollständig sind und sich die Datenlage schnell ändern kann. Keinesfalls sollten Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt Ihre Therapie pausieren oder ändern. Aktuelle Informationen zu COVID-19 finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Instituts und auf der Seite der DGRh.

  1. Einhalten der vom Robert Koch-Institut beschriebenen Verhaltens- und Vorsichtsmaßnahmen: Abstand, Handhygiene und Alltagsschutzmaske („AHA-Regel“). Das gilt auch, wenn ein Patient positiv auf SARS-CoV-2-Antikörper getestet wurde, er also bereits an COVID-19 erkrankt war.
  2. Nutzung der Corona-Warn-App, um Infektionsketten zu unterbrechen und eine mögliche neue Infektionswelle einzudämmen.
  3. Um das individuelle Risiko einzuschätzen, sollten bekannte Risikofaktoren (z. B. Alter, Übergewicht, und bestehende Vorerkrankungen) berücksichtigt werden.
  4. Die Therapie von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte entsprechend der unter normalen Bedingungen geltenden rheumatologischen Standards erfolgen und nicht allein aufgrund der Pandemie geändert werden. Patienten sollten auf gar keinen Fall selbst die Therapie ändern oder aussetzen.
  5. Ebenso sollten Einleitung oder Umstellung der Therapien von Rheumapatienten nicht aufgrund der Pandemie ausgesetzt oder verzögert werden.
  6. Auch wenn Rheumapatienten Kontakt mit positiv auf das Coronavirus getesteten Personen hatten, sollten sie ohne Infektzeichen ihre bestehende Therapie unverändert fortsetzen.
  7. Bei Rheumapatienten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keine Infektzeichen aufweisen, sollte eine Pausierung von Therapien mit DMARD (Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs, Basismedikamente) für die Dauer der mittleren Inkubationszeit (5 bis 6 Tage, die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) erwägt werden. Das sollte unbedingt in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
  8. Bei Patienten mit aktiver COVID-19-Erkrankung sollte die DMARD-Therapie pausiert werden. Auch hier ist auf jeden Fall ein Arzt zu konsultieren.
  9. Eine Krankschreibung ist nicht gerechtfertigt, nur weil durch die rheumatische Erkrankung und ihre Therapie von einer besonderen Gefährdung ausgegangen wird.
  10. Rheumapatienten mit positivem Coronavirus-Test sollen in dem COVID19-rheuma.de-Register der DGRh erfasst werden. Das verbessert die Datenlage über COVID-19 bei Rheumapatienten und hilft, Therapien anzupassen.
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Rheumapatienten müssen sich also keine besonderen Sorgen machen. Wie alle Menschen sollten sie während der Pandemie ein gewisse Vorsicht walten lassen. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist auf jeden Fall ratsam.

Wichtig: Bewegungsübungen zu Hause weiter regelmäßig machen. Dabei können anleitende Videos und die App „Rheuma-Auszeit“ der Rheuma-Liga hilfreich sein.