It looks like you are using an older version of Internet Explorer which is not supported. We advise that you update your browser to the latest version of Microsoft Edge, or consider using other browsers such as Chrome, Firefox or Safari.

 

Ob der Rücken, das Knie
oder die Finger betroffen sind:
Wenn Gelenkschmerzen zum
Alltag gehören, ist an Sport
nicht zu denken.

 

iStock-1026661188_suteishi

Dabei können Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen durch gezielte Übungen und Sport sehr viel bewirken. Davon profitieren nicht nur die Gelenke, sondern der ganze Körper und auch die Psyche. Damit Rheuma und Sport bestmöglich zusammenpassen, gibt es einige Dinge zu beachten. Welche das sind, erklären wir hier.

Wer rastet, der rostet

So unterschiedlich die Symptome bei rheumatischen Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis oder Morbus Bechterew auch sind: Durch Sport und Bewegungsübungen können Betroffene in vielen Bereichen dazugewinnen. Sie verbessern und erhalten langfristig die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke und des gesamten Körpers. Außerdem können Menschen mit Rheuma durch Sport ihre Fitness steigern und das Risiko für begleitende Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.1

Ratgeber Rheuma: Einen Damenfuß auf einer Fahrradpedale
iStock-875995586_iprogressman

Info:

Studien zeigen: Entzündlich-rheumatische Erkrankungen belasten nicht nur die Gelenke, sondern auch Herz und Kreislauf. Das chronische Entzündungsgeschehen bei Rheuma beschleunigt die Entstehung von Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose). Hierdurch steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.2

In Kombination mit einer gesunden Ernährung ist Bewegung zudem der Schlüssel zu einem gesunden Körpergewicht. Auch die Gelenke werden geschont, wenn Betroffene Übergewicht abbauen. Nicht zu unterschätzen ist der positive Effekt von Bewegung und Sport bei Rheuma auf die Psyche: Gerade Ausdauersport hilft dabei, Stress abzubauen und gibt Betroffenen die Möglichkeit, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Ob eine Radtour mit Freunden oder der Rehasport mit anderen Betroffenen: Gemeinsam lässt sich der innere Schweinehund häufig am besten besiegen.

Worauf es bei Bewegung und Sport ankommt

Eine effektive Therapie kann dazu beitragen, in Bewegung zu kommen, denn: Sie hält die Entzündung in Schach, reduziert Schmerzen und macht so bei Rheuma Sport erst möglich. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, sich gerade anfangs nicht zu überfordern, sondern die Belastung lieber langsam zu steigern. Generell sind bei Rheuma alle Arten von Sport ratsam, die die Gelenke nicht zu stark belasten.

Ratgeber Rheuma: Ein Mann schnürrt seinen rechten Wanderschu zu
iStock-1129361570_PeopleImages

Tipp:

Wer sich unsicher ist, wie viel Bewegung oder Sport schon zu viel ist, sollte mit seinem behandelnden Rheumatologen oder Physiotherapeuten sprechen. Beide können in Abhängigkeit von Diagnose und Krankheitsaktivität eine individuelle Empfehlung zu Häufigkeit und Dauer des Trainings geben.

Ideal sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Walken oder Wandern. Studien belegen, dass Ausdauersport bei Rheuma die Lebensqualität der Betroffenen verbessert, sie im Alltag beweglicher macht und auch einen positiven Einfluss auf die Schmerzen haben kann.3 Neben ihrer Ausdauer sollten Betroffene auch ihre Muskeln stärken. Dies entlastet nicht nur die Gelenke, sondern erleichtert auch alltägliche Bewegungen wie das Greifen, Anziehen oder Treppensteigen.

Funktionstraining: Sport mit Augenmaß

Die Deutsche Rheuma-Liga hat zusammen mit Experten für Physiotherapie das Funktionstraining entwickelt – ein spezielles Bewegungsprogramm für Menschen mit Rheuma. Denn gerade, wenn betroffene Gelenke bewegt und trainiert werden sollen, ist ein geschultes Auge gefragt. Ziel des Funktionstrainings ist es, Muskeln und Gelenke gezielt zu fördern, ohne die individuelle Belastungsgrenze der Betroffenen zu überschreiten. Die Bewegungsübungen sollen gleichzeitig die Koordination und Beweglichkeit verbessern.

Das Funktionstraining kann im warmen Wasser als Wassergymnastik erfolgen oder beispielsweise in einer Sporthalle als Trockengymnastik. Es findet immer in Gruppen statt, meistens einmal wöchentlich. Für die Teilnahme am Training ist eine Verordnung des behandelnden Arztes notwendig. Er füllt einen Antrag auf Kostenübernahme aus und beschreibt, wie belastbar der Betroffene ist und inwiefern seine Beweglichkeit aktuell eingeschränkt ist.

Speziell geschulte Physiotherapeuten leiten das Funktionstraining in der Gruppe. Da die Kurse fortlaufend sind, können Betroffene jederzeit einsteigen. In der Regel übernimmt die Krankenkasse oder die Rentenversicherung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder der rheumatoiden Arthritis die Kurskosten für eine definierte Dauer. Wird die Kostenübernahme abgelehnt oder nicht verlängert, können Betroffene auch als Selbstzahler an den Kursen teilnehmen.

Ratgeber Rheuma: An Rheuma Erkrankte bei Dehnübungen der Beine
iStock-936573360_yacobchuk

Gesundes Körpergewicht erreichen

Durch Sport und Bewegung kann der Verlauf der Erkrankung aus eigener Kraft positiv beeinflusst werden. Untersuchungen zeigen, dass übergewichtige Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis schlechter auf Medikamente ansprechen. Außerdem konnten Forscher beobachten, dass der Rückgang von Krankheitssymptomen, wie beispielsweise Schmerzen, bei Patienten mit Übergewicht unwahrscheinlicher ist.4

Bislang konnten Wissenschaftler noch nicht nachweisen, warum das Körpergewicht den Verlauf der rheumatoiden Arthritis beeinflusst. Sie vermuten jedoch, dass überschüssiges Fettgewebe den Verlauf von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen negativ beeinflusst, denn: Fettgewebe, vor allem am Bauch, ist in der Lage, entzündungsfördernde Botenstoffe zu produzieren. Diese könnten das Entzündungsgeschehen zusätzlich befeuern.

Ratgeber Rheuma: Eine Frau betritt mit ihrem linken Fuß eine Waage
iStock-1169486621_spukkato

Das könnte Sie auch interessieren:

Ratgeber Rheuma: Piktogramm-Teaser zum Bereich Videos
Novartis

Videos für mehr Bewegung

Über 45 kurze Videoanleitungen für Übungen, die helfen, die Beweglichkeit zu erhalten.

Ratgeber Rheuma: Ein Mann schaut auf seine Armbanduhr
iStock-498098896_blyjak

Rheuma und
Psyche

Die Verbindung zwischen Rheuma, Körper und Seele ist eng – was dabei eine Rolle spielt, lesen Betroffene hier.

Ratgeber Rheuma: Eine Frau rühert in einer Kaffeetasse
iStock-1191072604_PeopleImages

Rheuma und Job
 

Erfahren Sie, worauf Betroffene mit Rheuma Anspruch haben, um möglichst lange ihren Beruf ausüben zu können.

Quellen:
1www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-402013/entzuendung-schadet-auch-dem-herzen (Abruf: 30.07.2020)
2 Agca R, Heslinga SC, van Halm VP, et al Atherosclerotic cardiovascular disease in patients with chronic inflammatory joint disorders Heart 2016;102:790-795.
3www.gesundheitsinformation.de/bewegung-und-sport-bei-rheumatoider-arthritis.2222.de.html?part=behandlung-of (Abruf: 30.07.2020)
4 Sandberg MEC, Bengtsson C, Källberg H, et al Overweight decreases the chance of achieving good response and low disease activity in early rheumatoid arthritis Annals of the Rheumatic Diseases 2014;73:2029-2033.