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Ob beim ersten Date, im gemeinsamen
Urlaub oder beim Fernsehabend auf der Couch:
Rheuma ist in der Partnerschaft immer mit dabei.
Das gilt auch für die Familienplanung:
Viele Paare fragen sich, wie sich Rheuma
und Kinderwunsch vertragen.

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Entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew, die rheumatoide Arthritis, aber auch andere rheumatologische Erkrankungen, verändern den Alltag eines Paares. Da jedes Paar mindestens so individuell ist, wie Rheuma selbst, muss es seinen eigenen Weg für den Umgang mit der Erkrankung finden. Wir geben Tipps, die Paaren dabei helfen können, und erklären, was Betroffene mit Rheuma zum Thema Schwangerschaft wissen sollten.

Rheuma in der Partnerschaft: Offenheit von Anfang an

Das Knie schmerzt und ist geschwollen, die Fingergelenke fühlen sich steif an, das Bücken fällt schwer: Eine aktive rheumatische Erkrankung lässt sich kaum verbergen. Vielleicht muss der betroffene Partner auch die ein oder andere Verabredung wegen akuter Beschwerden verschieben, oder gar absagen. Daher lohnt es sich, möglichst von Anfang an offen und selbstbewusst mit der Erkrankung umzugehen. Das bietet beim Kennenlernen die Chance, sich aufeinander einzulassen. Ob der richtige Zeitpunkt dafür beim ersten, zweiten oder dritten Treffen ist, spielt keine Rolle. Es muss sich richtig anfühlen!

Leben und Lieben mit Rheuma

Nach der Diagnose einer entzündlich-rheumatischen Erkrankungen schwirren Betroffenen viele Fragen durch den Kopf. Das kann aber auch nach vielen Jahren mit der Krankheit noch der Fall sein, weil sich die Beschwerden immer wieder verändern können. Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, Fragen zu sortieren und neue Perspektiven und praktische Tipps für das Leben und Lieben mit Rheuma kennenzulernen. Patientenorganisationen wie die Rheuma-Liga (Patienten-Dachverband für Rheumatische Erkrankungen) und die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB, für Patienten mit Morbus Bechterew) bieten hierzu viele Möglichkeiten, zum Beispiel in Form von Internet-Foren und Treffen in regionalen Gruppen. Außerdem bieten die Organisationen zahlreiche wertvolle Informationen rund um den Alltag mit Rheuma.

Eine Frau ermutigt einen Mann und fasst ihm auf die Schulter
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Ob beim Kennenlernen oder später im routinierten, gemeinsamen Alltag: Eine gute Kommunikation schafft eine wichtige Basis für eine Beziehung. Dazu gehört, einander aktiv zuzuhören (s. auch Infobox unten) und im Zweifel auch zum dritten Mal nachzufragen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Hier ist der gesunde Partner in der Beziehung besonders gefordert, da er rheumatische Beschwerden, wie Morgensteifigkeit, starke Erschöpfung oder Schmerzen, nicht nachempfinden kann. Es müssen nicht immer stundenlange Gespräche sein, manchmal reicht auch ein kurzes „Heute ist nicht mein Tag“, denn: Im Laufe der Zeit findet jedes Paar seine eigene Sprache und unausgesprochene Regeln für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander.

Menschen genießen ihre Kaffeepause
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Einander besser zuhören 

Man könnte meinen, Zuhören sei eher eine passive Aufgabe. Doch zum richtigen Zuhören gehört mehr, als nur still dazusitzen und nichts zu sagen. Aktives Zuhören kann das Vertrauen zwischen Partnern stärken, Missverständnissen vorbeugen und für mehr Wertschätzung sorgen. 
Einfach umzusetzende Tipps für aktives Zuhören: 

  • Sich bewusst Zeit für das Gespräch nehmen.

  • Augenkontakt halten und dem Partner die volle Aufmerksamkeit schenken. Ablenkungen, wie den Blick auf das Handy, vermeiden. 

  • Zwischendurch das Gesagte in eigenen Worten wiedergeben, um sicherzugehen, dass man alles richtig verstanden hat.

  • Nachfragen stellen und Interesse zeigen.

  • Sich selbst als Zuhörer zurücknehmen, und die eigene Meinung und Erlebnisse für den Moment zurückstellen.

Wenn Betroffene mit Rheuma im Laufe ihrer Partnerschaft einen Kinderwunsch entwickeln, tauchen viele neue Fragen auf: Ist mit Rheuma eine Schwangerschaft möglich? Haben bei Rheuma die Medikamente einen Einfluss auf die Schwangerschaft? Kann ich die Bewegungsübungen weiter, wie gewohnt, durchführen, oder sollte ich mich dazu von einem Physiotherapeuten beraten lassen? Grundsätzlich können Betroffene mit Rheuma gesunde Kinder bekommen. Bei einem Kinderwunsch ist es jedoch wichtig, mit dem behandelnden Rheumatologen über die Familienplanung zu sprechen. Während der Schwangerschaft erreicht fast jedes Medikament auch das ungeborene Kind. Manche Antirheumatika können während der Schwangerschaft eingenommen werden, wie gehabt, andere müssen zuvor abgesetzt, beziehungsweise in der Dosierung angepasst werden1. Schwangere und Patientinnen mit Kinderwunsch sollten über ihre Medikamenteneinnahme mit ihrem Rheumatologen und auch mit ihrem Gynäkologen sprechen.

Wichtig ist außerdem, wie aktiv das Rheuma zu Beginn der Schwangerschaft ist. Rheumatologen raten, vor Beginn der Schwangerschaft eine niedrige Krankheitsaktivität durch eine gute medikamentöse Therapie zu erreichen. Studien mit Patientinnen mit einer rheumatoiden Arthritis zeigen: Gerade bei Frauen mit niedriger Krankheitsaktivität vor der Schwangerschaft bessern sich die rheumatischen Symptome während der Schwangerschaft2.

Arzt sitzt mit dem Patienten am Schreibtisch und schreibt etwas auf dem Laptop
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Rheuma ist keine klassische Erbkrankheit

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis und Morbus Bechterew sind nicht im engeren Sinne erblich. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nicht ein einzelnes Gen ausreicht, damit es zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Vielmehr entscheidet unter anderem die individuelle Kombination von zwölf sogenannten HLA-Genen (Human Leukocyte Antigen), ob es zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems kommt. Außerdem haben Umwelt- und Risikofaktoren wie Infektionen, Rauchen und Übergewicht einen Einfluss. Erst durch das Zusammenspiel von inneren und äußeren Faktoren kommt es zum Ausbruch von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Studien mit eineiigen Zwillingen zeigen, dass die Bedeutung der Gene begrenzt ist: Eineiige Zwillinge weisen eine identische Kombination aus HLA-Genen auf. Erkrankt einer der Zwillinge an Rheuma, hat der andere zwar ein stark erhöhtes Risiko, dass die Krankheit ebenfalls ausbricht. Doch tatsächlich erkrankt nur weniger als die Hälfte der Geschwister. Die Experten schließen daraus, dass der Lebensstil und insbesondere Stress das Risiko erhöhen, an Rheuma zu erkranken3.

Werdende Mütter mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen können viel zu einer möglichst beschwerdefreien Schwangerschaft beitragen. Was bislang schon gut für Körper und Seele war, sollte während der Schwangerschaft noch mehr Aufmerksamkeit erhalten: Ausreichend Pausen und Erholung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie möglichst wenig Stress. Außerdem ist während der Schwangerschaft eine gute Kommunikation mit allen behandelnden Ärzten besonders wichtig. Sie ist eine wichtige Stütze für eine sichere und entspannte Schwangerschaft bei Rheuma.

Eine schwangere Frau schaut sich das Ultraschallbild an
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